Die Kultur von Rosen


Selbst für den unerfahrenen Gartenfreund sollten Rosen kein Problem darstellen, vorausgesetzt, es wurden geeignete Sorten ausgewählt und einige wenige sehr einfache Grundregeln befolgt.
Leider hat sich ein Vorurteil herausgebildet, Rosen würden eine fachkundige Behandlung erfordern, um erfolgreich zu gedeihen. Dieses Vorurteil geht hauptsächlich auf die Kultur von Rosen für Ausstellungen zurück, die in der Tat ein hohes Maß an Fachkenntnissen erfordert. Die große Mehrzahl der in diesem Katalog angebotenen Rosen ist sehr einfach zu kultivieren..

Sortenauswahl - Wählen Sie die Sorten mit Bedacht aus. Unsere Ausführungen über die Sortenwahl auf Seiten 82-83 werden Ihnen helfen, Sie können sich auch an unsere Mitarbeiter im Kundenserviceteam wenden.

Standortwahl - Wählen Sie einen Standort, der mindestens einige Stunden Sonne pro Tag hat und an dem die Rose keiner zu starken Wurzelkonkurrenz von benachbarten Pflanzen, besonders von Bäumen, ausgesetzt ist. Eine Ausnahme bilden die Rambler-Rosen, die sehr gut neben Bäumen gedeihen.

Pflanzabstände. In einem formalen Rosenbeet sind 50 cm Pflanzabstand für Teehybriden, Floribundarosen und für die kompakteren Englischen Rosen ideal. Damit erreicht man ein schönes, gut gefülltes Beet.

Englische Rosen und öfterblühende Alte Rosen pflanzt man am besten in Dreier-Gruppen pro Sorte. Sie wachsen dann zusammen und bilden ³einen" dichten Strauch, der kontinuierlicher blüht und in der Rabatte besser zur Geltung kommt. Wir empfehlen innerhalb der Gruppe einen Pflanzabstand von 50 cm. Benachbarte Pflanzen daneben sollten einen Abstand von 75-100 cm haben.


In einer Rosenrabatte ergibt sich die beste Wirkung, wenn jeweils in Gruppen zu mindestens drei gepflanzt wird, so daß es aussieht wie ein größerer Strauch - siehe die Zeichnung unten. Rosen eignen sich vorzüglich als Hecken - siehe die Sortenempfehlungen auf Seiten 84-85. Je nach Wuchshöhe der Sorte und nach der Zeit, innerhalb deren die Pflanzfläche ausgefüllt sein soll, wird ein Pflanzabstand von 50 cm - 1 m empfohlen.

Bodentyp - Rosen bevorzugen einen humusreichen Boden, idealerweise mit einem pH-Wert von 6.5, kommen aber auch sehr gut mit Böden von höherem oder niedrigerem pH-Wert zurecht. Durch reichliche Mengen an gut verrottetem Stallmist oder Kompost - eingearbeitet vor dem Pflanzen und aufgebracht als Mulch jeweils im Frühjahr - läßt sich fast jeder Boden für Rosen geeignet machen.

Das Pflanzen. Nach Ankunft der Pflanzen sollte so bald wie möglich gepflanzt werden. Die Wurzeln dürfen niemals austrocknen. Beim Pflanzen ist darauf zu achten, daß die Triebe etwa 7,5 cm unter die Erde kommen (siehe Figur 1). Ist sofortiges Pflanzen nicht möglich, sollte der verschlossene Beutel an einem kühlen, aber frostfreien Platz gelagert oder die Rosen eingeschlagen werden.

Düngen - Alle Rosen, besonders aber die öfterblühenden Sorten, danken es sehr, wenn sie gedüngt werden. Wir verwenden hier in unserer Baumschule VitaxQ4 (das ist ein halborganischer Dünger) und düngen damit alle unsere Rosen zu Beginn der Wachstumsperiode (in Großbritannien März oder April), die öfterblühenden Rosen noch einmal im Juni. Es eignen sich auch viele andere Dünger, die Angaben der Hersteller über Mengen und Häufigkeit sind unbedingt zu beachten.

Wässern - Rosen lieben es besonders, wenn der Boden im Wurzelbereich feucht und kühl ist. Das läßt sich einfach durch großzügiges Mulchen und gelegentliches gründliches Wässern erreichen. Das ist besonders wichtig in Klimazonen mit sehr heißen und trockenen Sommern. Dort sollte so regelmäßig gewässert werden, daß der Boden stets etwas feucht ist.

Gesunde Rosen. Die beste Methode, Ihre Pflanzen frei von Schädlingen und Krankheiten zu halten, ist es, ihnen so gute Wachstumsbedingungen zu geben wie möglich. Trotzdem kann gelegentliches Spritzen nützlich sein. Am wirksamsten ist Spritzen zu Beginn der Saison bevor sich Befall zeigt, aber achten Sie darauf, daß es in der Nacht nach dem Spritzen keinen Frost gibt - das Laub würde stark leiden. ³Roseclear 2" eignet sich als Universalspritzmittel gegen Pilzkrankheiten und Blattläuse am besten. Sollte nur Rosenrost das Problem sein, empfiehlt sich ³Systhane"..

Das Abschneiden verwelkter Blüten - Es empfiehlt sich, verwelkte Blüten zu entfernen, nicht nur, damit die Pflanze schöner aussieht, sondern auch, um die Bildung neuer Blüten zu beschleunigen. Bei Sorten mit vielen Blüten in einem Büschel kann jede einzelne verwelkte Blüte leicht ausgeschnitten werden, und sobald der ganze Büschel verblüht ist, sollte der ganze Trieb bis zum nächsten voll entwickelten Blatt zurückgeschnitten werden. Wenn man das Höhenwachstum der Rose begrenzen möchte, kann man alternativ 30 cm und mehr zurückschneiden. Das ist besonders wichtig in Gegenden mit heißeren Sommern als in Großbritannien. Bei einer Sorte, die reizvolle Hagebutten hervorbringt, sollten die verwelkten Blüten nicht entfernt werden.

Das Zurückschneiden - ist sehr einfach. In Großbritannien und anderen Ländern mit relativ milden Wintern sind Januar und Februar die beste Zeit dafür. Wio die Winter sehr kalt sind sollte mit dem Rückschnitt bis zum Beginn des Neuaustriebs im Frühjahr gewartet werden. Als erstes sollten alle toten, kranken oder schwachen Triebe entfernt werden. Außerdem sollten alle sehr alten und holzigen Triebe, die keine neuen Triebe mehr hervorbringen, weggeschnitten werden.

Öfterblühende Beet- und Strauchrosen sollten um ein Drittel bis zwei Drittel eingekürzt werden. (Siehe gestrichelte Linie 1 in Fig. 2).

Einmalblühende Strauchrosen sollten gar nicht oder um nicht mehr als ein Drittel zurückgeschnitten werden. (Siehe gestrichelte Linie 2 in Fig. 2).

Kletterrosen - die Blütentriebe des Vorjahres sollten auf 3 bis 4 Augen oder etwa 15 cm zurückgeschnitten werden. Rambler sollte man sich frei entwickeln lassen, es sei denn, man müßte sie in Schach halten, dann sollte man sie wie Kletterrosen behandeln.

 

 

 

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